Galerie Sheela-na-Gig - Hexen an der Wand
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Sheela-na-Gig's - Hexen an der Wand - sind in England und Irland verbreitete Abbildungen (Steinritzungen oder Reliefs) weiblicher Figuren. Man findet sie an Kirchen, in Burgen oder anderen mittelalterlichen Gebäuden. Sie galten als beschwörendes oder beschützendes Symbol für Glück und Fruchtbarkeit. Wann genau die ältesten Figuren und Zeichnungen dieser Art entstanden, ist nicht bekannt. Während der ganzen keltisch-christlichen Periode (5. - 11. Jahrhundert) hatten sie ihre Blütezeit und wurden auch im späten Mittelalter noch erstellt - während der Zeit der Frauenverachtung, der Unterdrückung von Sexualität, Lust und Körperlichkeit. Sie erscheinen oft an Gebäuden, die mit Frauen in Verbindung standen, wie z.B. Nonnenklöstern in Irland, oder der St Helen-Kirche in Yorkshire. Als Kelten werden seit der Antike Volksgruppen der Eisenzeit in Europa bezeichnet.
Hervorstechende Merkmale der Sheela-na-Gig's sind, dass sie mit einem Gesicht mit meist großen offenen Augen, einem winzigen Körper und deutlich sichtbaren weiblichen Geschlechtsorganen dargestellt werden. In vielen Fällen hält diese kleine Figur mit ihren Händen ihre Schamlippen auseinander. Ihre Bedeutung reicht weit in der Zeit zurück, viel weiter als die Gründungen der ersten christlichen Kirchen auf englischem und irischem Boden. Die Tatsache, dass diese grotesk wirkenden Figuren an so vielen Stellen, oft über den Eingängen oder Tordurchgängen von Gebäuden, auftauchen, weist darauf hin, dass sie ein machtvolles Symbol waren, welches mit den ursprünglichen religiös-magischen Vorstellungen in diesen Ländern in Verbindung steht; dem unbeirrbaren Glauben an die Macht der Muttergöttin. In Irland wird der Frauenname Catherine/Cathleen (griech. Hekate) mit den Sheela-na-Gig's in Verbindung gebracht, sie wird gar Catherine Owen genannt. Hekate gehört zu den ältesten vorpatriarchalen Erd- und Sonnengöttinnen. Sie ist die Göttin der Wegkreuzungen, Schwellen und Übergänge, die Wächterin der Tore zwischen den Welten. Es gibt Theorien die besagen, Sheelagh's stellen die Erdmutter dar, die Fruchtbarkeitsgöttin - auch wird ihr die Verwandtschaft mit der Schutzheiligen Brigid nachgesagt. Andere Namen für die Sheelaghs sind Cailleach (hexenartige Riesinnen) oder auch Sanct Gobnait (die Schutzheilige der Imker). Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass die Figuren als etwas Besonderes angesehen wurden. Sie wurden allgemein auch als the hag (die Hexe, besonders in ihrem Aspekt der alten oder wilden Frau) oder the idol (Idol, Göttin) benannt und ehrfürchtig behandelt. Vielen wurde Heilkraft zugeschrieben oder die Fähigkeit, den bösen Blick abzuwenden.
Von der Sheela-na-Gig am Castlemagner in Irland, wie auch von einigen anderen, ist überliefert, dass sie denen Glück und Fruchtbarkeit bringen soll, die sie berühren - genau gesagt, an den Geschlechtsteilen der Figur berühren oder diese reiben. Seit vielen Jahrhunderten wurde dies von Pilgernden, die zu bestimmten Kirchen oder Klöstern kamen, praktiziert. Auch dem Staub von der Figur wurden magische Kräfte nachgesagt.
Huere guet - es huere Glück
In der Schweiz erinnern keltische Redewendungen wie huere guet oder es huere Glück an den unbeirrbaren Glauben an die Macht der alten Muttergöttin.

