Berta Rahm

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Schweizer Architektin, Schriftstellerin und Verlegerin; Pionierin der Frauenbewegung

Berta Rahm wurde am 4. Oktober 1910 in St. Gallen geboren. Unter dem Einfluss ihres Onkels Arnold Meyer, der in Hallau ein erfolgreiches Architekturbüro betrieb, studierte sie von 1929 bis 1934 als eine der ersten Frauen Architektur an der ETH Zürich. Nach ihrem Studium bereiste sie mehrmals Skandinavien, wo sie sich von der skandinavischen Architektur inspirieren liess. Auch das emanzipierte Leben der Frauen in den skandinavischen Ländern beeindruckte sie nachhaltig. Darüber verfasste sie ein Buch mit eigenen Zeichnungen, das 1942 in der Büchergilde Gutenberg erschien.

1934 eröffnete Berta Rahm ihr Architekturbüro in Zürich. Sie baute mehrere Einfamilien- und Ferienhäuser, renovierte Häuser und Wohnungen und entwarf und baute einen der Ausstellungspavillons an der SAFFA 1959 (Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit). Trotz zahlreicher Vorarbeiten für die Saffa 1958 wurde Berta Rahm nicht zur Chefarchitektin der Ausstellung ernannt, dies mit der Begründung, dass sie als Ledige keinen Mann zur Seite habe, der sie stützen könnte.

Die Architektin Berta Rahm baute 1951 in Hallau Schaffhausen den Nägeliseehof, ein für die damalige Zeit topmoderner Bauernhof. Der Hof zeichnete sich durch sein spezielles Offenstallungssystem aus. Der Bau erregte grosses Aufsehen, so dass aus ganz Europa Besucher anreisten.

Berta Rahm beteiligte sich immer wieder erfolglos an Wettbewerben für öffentliche Gebäude. Im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben in Hallau, Kt. Schaffhausen, wurde ihre berufliche und soziale Existenz durch behördliche Willkürakte zerstört. Sie litt schwer unter den ihr in den Weg gelegten Hindernissen und schloss 1966 resigniert ihr Architekturbüro.

In ihrem zweiten Beruf gründete Berta Rahm Ende der sechziger Jahre den ALA-Verlag, der in erster Linie Frauenbiographien verlegte, und wurde Verlegerin und Journalistin. Berta Rahm hatte als erste die Idee, klassische, und inzwischen vergessene, feministische Texte neu herauszugeben und verlegte nach 1967 u. a. Flora Tristan, Mary Wollstonecraft, und Hedwig Dohm wie auch Bücher zur Geschichte der Frauen in Neuauflagen. Zu jedem der von ihr publizierten Bücher schrieb sie ein instruktives Vor- oder Nachwort. Im Verlag arbeitete sie bis ins hohe Alter und starb 1998 im Alter von 88 Jahren.

pml

   

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